Wie Privatanleger über den Tisch gezogen werden ...

Kennen Sie das auch? Sie gehen auf eine Angebotsplattform für Fondsanlagen, und sofort werden Ihnen drei Säulen präsentiert, zwischen denen Sie entscheiden sollen, wieviel aus Ihrem Geld in 10, 20 oder 30 Jahren bei 3, 7, oder 12 Prozent Rendite werden wird. Wahnsinn, denken Sie, wie können die das nur so genau sagen? Bevor Sie nun aber den 20jährigen Selbsversuch unternehmen, um rauszubekommen, ob das so auch stimmt – die Wahrheit ist: Die wissen das nicht. Die behaupten das einfach mal, meistens kommt es auch nicht hin, aber alle machen mit! Kurse lassen sich nunmal nicht prognostizieren, Xmal wissenschaftlich belegt. Und weil vorgeschrieben, ist da meistens auch so ein kleiner Button, und wenn Sie den drücken, dann können Sie auch lesen, dass die das eigentlich auch nicht wissen, das heißt dann „Risikohinweis“. Das Schönste daran aber ist, dass Sie für all das viel Gebühren zahlen sollen, Jahr für Jahr. Die stehen da meistens aber auch nicht dabei … 

 

Die Preise werden verlangt, weil die Preise bezahlt werden 

 

Eigentlich ist das Spiel ganz einfach: Der zumeist obszön aufwendig lebende Fondsmanager mit seinem Tross von Experten möchte gut unterhalten werden, das sind dann die Kosten für die Fondsverwaltung. Und dann muss das Angebot ins Fernsehen, ins Netz, zu den Vertriebspartnern und am besten auf jede verfügbare Großfläche im Land; dazu addieren sich die schmackhaften Provisionen für den Vertrieb, damit alles gut läuft – die Rechnung bezahlt der Kunde in Form eines Ausgabeaufschlages. Natürlich wiegen diese Kosten umso schwerer, je tiefer die durchschnittliche Performance des Fonds liegt. Und die ist aus Gründen, die in der Natur der Sache liegen, im Vergleich zum allgemeinen Marktverlauf meist zu wenig. Denn je mehr Geld über Anlagefonds in den Markt fließen, umso unwahrscheinlicher wird es, dass die Marktteilnehmer im Durchschnitt über dem Durchschnitt liegen. Sie nähern sich der Normalverteilung, mal besser, mal schlechter. Dazu ist der Druck, das Geld der Anleger anlegen zu müssen, natürlich kein Turbo für eine ausgefeilte Schnäppchenjagd. Es muss in den Markt. Das heißt dann Anlagedruck. Im Ergebnis: Hohe Kosten bei mäßiger Leistung. 

 

Wenn Böcke zu Gärtnern werden …. 

 

Natürlich, niemand muss sich schämen, zu einer Bank zu gehen, wenn er sein Geld anlegen möchte. Das ist hier weit verbreitet. Genau so breit wie der Tisch, über den die Kunden dann allesamt gezogen werden. Denn Banken sind eben nach wie vor Vertriebsinstitute, auch wenn sie immer öfter „Beratung“ auf ihre edlen Immobilien schreiben. Sie leben von der Vertriebsvergütung und nicht vom Beratungshonorar. Und die alles andere als unterdurchschnittlichen Gehälter und üppigen Boni wollen bezahlt werden. Die Erträge dafür müssen irgendwie aus den Kunden gepresst werden, von den „Mitarbeitern an der Front“. Das heißt dann Vertriebsdruck. Und merkwürdigerweise zieht es der deutsche Anleger immer noch vor, die satten Provisionen zu bezahlen statt etwas Geld in gute Beratung zu investieren. Er will es einfach nicht wissen, bis jetzt! 

 

MiFID II wird vielen die Augen öffnen – gezwungenermaßen 

 

Seit Januar nun gilt die neue Verordnung MiFID (Markets in Financial Instruments Directive), das neue regulatorische Rahmenwerk für Wertpapiergeschäfte in Europa. Ein wichtiger Punkt darin: 

Die Kosten der Geldanlage müssen den Anlegern auf Euro und Cent genau aufgeschlüsselt werden. Berater müssen ihren Kunden also Ausgabeaufschlag, Provision und Verwaltungsgebühren genau ausweisen. Es führt kein Weg mehr an der Wahrheit vorbei. Der Kostenblindflug des Privatanlegers ist zu Ende. Für Sie (sollten Sie einer sein) als Fondsinhaber bedeutet das: Bereiten Sie sich gut auf diesen Zeitpunkt vor, denn das kann ein durchaus erschütternder Moment werden. Und wenn Sie dann auf der Suche nach einem neuen Landeplatz sind, denken Sie doch an uns: Wir sind die, die Sie gewarnt haben. Als Genossenschaft machen wir es ganz anders, aber immer aus Kundensicht. Das hat uns zu einer echten Alternative bei der Geldanlage gemacht. 


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